Unstrutschleuse Artern

Die Schleuse Artern an der Unstrut bekommt eine Verjüngungskur. Aber das Alter der Schleusentore im Artikel kann nicht stimmen. Denn 2002 sah die Schleuse noch ganz anders aus und wurde erst später in die heutige Bauform umgebaut.

Schleuse Artern 2002 Foto: Oliver Demian

Schleuse Artern 2002
Foto: Oliver Demian

Schleuse Artern 2018
Foto: Wilhelm Slodczyk

Die Unstrutschleuse in Artern ist in der Kur. Die großen Schleusentore sind ausgebaut, nichts geht mehr.

Das bekamen jüngst die Eisbader zu spüren. Die konnten sich am vergangenen Sonntag diesmal nicht sacht über die Leiter ins Schleusenbecken herablassen, sondern ihr eisiges Bad bei fünf Grad Celsius Wassertemperatur im Bereich der Slipanlage nehmen, wo sonst die Sportboote zu Wasser gelassen werden. „Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon lange beendet sein“, sagt Reiner Prade, der Vorsitzende vom Kanuverein.

Das bestätigt gestern Lutz Baseler von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena: „Fertigstellungstermin war 15. November. Laut Aussage des Auftragnehmers waren die Werkstattarbeiten an allen ausgebauten Bauteilen bis zu diesem Termin komplett abgeschlossen“, erklärt der Pressesprecher. Die Landesanstalt ist laut Thüringer Wassergesetz für die Gewässer erster Ordnung sowie die Unterhaltung der Deiche und dazugehöriger wasserwirtschaftlicher Anlagen zuständig. Und somit auch für die Unstrutschleuse in Artern.

Bei Wartungsarbeiten hatte sich herausgestellt, dass die über vierzig Jahre alten Doppeltoranlagen nur noch unter erheblichem Wasserverlust funktionstüchtig waren“, berichtet Baseler auf Nachfrage unserer Zeitung. „Neben den stark beschä-digten Dichtungen waren die Führungspfalzen völlig verrottet und aus dem Schleusenkörper teilweise ausgebrochen. Die Beschichtung der Schleusentore sowie sämtliche Schraubverbindungen waren stark korrodiert.“ Hinzu kam, dass die Dammbalkenpfalzen zur Trockenlegung der Anlage nicht mehr funktionierten. „Vor allem durch die Unebenheiten im Bereich der Schleusensohle war eine Wasserhaltung nur mit großem technischen Aufwand möglich“, beschreibt Baseler das Dilemma.

Die elektrisch betriebenen Tore waren in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingebaut worden und hatten die alten Stemmtore ersetzt.

Zur Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Toranlage wurden im Zuge der Reparaturmaßnahme die aufgeführten Mängel beseitigt. Das heißt: Schleusentore, Antriebe, Kolbenstangen und Bedienstege wurden ausgebaut und zur Wartung und Instandsetzung in eine Fachwerkstatt gebracht. Sämtliche Stahlteile wurden sandgestrahlt, grundiert und mit einem mehrschichtigen Deckanstrich versehen. Die Dammbalkenpfalzen wurden erneuert, die alten Notverschlüsse durch Aluminiumverschlüsse ersetzt.

Nur zum Einbau kam es bisher nicht. „Aufgrund der lang anhaltenden erhöhten Wasserführung der Unstrut konnte der Wiedereinbau bis zum heutigen Tag noch nicht realisiert werden“, so TLUG-Sprecher Baseler. Der Einbau der Tore und sämtlicher Nebenleistungen erfolge mit Rückgang der erhöhten Wasserführung in der Unstrut, sagt Baseler zu. Es sei derzeit nicht möglich, einen genauen Termin zu nennen. Spätestens mit Beginn der neuen Saison sollte die Anlage wieder voll funktionstüchtig sein.

Text: Kerstin Fischer
Quelle: Thüringer Allgemeine

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