Elberadweg von Magdeburg nach Dresden im Juni 2002
06.07.02 Magdeburg - Aken 65 km
Vom 06.07.-14.07.02 sind wir den Elberadweg von Magdeburg Richtung Dresden gefahren. Los ging es um 10:10 Uhr in Magdeburg, über den Elbauenlehrpfad (Randau - Elbenau) und den Planetenlehrpfad (Schönebeck - Ranies) kamen wir nach 24 km gegen 12 Uhr am Pretziener Wehr an. Irgendwo hinter Dornburg haben wir den Abzweig verpasst, so dass wir die "Hochwasservariante" nach Breitenhagen gefahren sind.
 Obwohl der Radweg auf der gleichen Elbseite weiterging, setzten wir mit der Fähre Breitenhagen über und machten von 14-15:40 Uhr eine Rast im Schiffsrestaurant Marie-Gerda.
Gegen 17:15 Uhr kamen wir nach 65 km in Aken an und übernachteten auf dem Gelände des Elbe Bootzentrum. Eine weitere Übernachtungsmöglichkeit (für DKV-Mitglieder) gibt es gleich nebenan beim Köthener Kanuclub. Den Abend verbrachten wir dann (trotz kurzer Regenschauer) im Fährhaus (tägl. außer Montags ab 11 Uhr geöffnet).
07.07.02 Aken - Wittenberg 60 km
Wir fuhren gegen 10:30 Uhr in Aken los und sparen uns die Durchfahrt durch Dessau-Zentrum, da es als Nebenstrecke ausgewiesen ist und wir Dessau schon kennen. Um 11:30 sind wir am Kornhaus, einer
Gaststätte im Bauhausstil.
Hier befindet sich auch die Anlegestelle der MS "Klabautermann", einem Schiff der Akener Fahrgastschiffahrstgesellschaft.
Kurz hinter Dessau überqueren wir die Mulde auf der überdachten Jagdbrücke und durchfahren das Dessau-Wörlitzer Gartenreich.
Nach 23 km kommen wir gegen 12:20 am Forsthaus "Leiner Berg" vorbei, machen dort aber keine Rast. Auf der Karte ist in Vockerode ein Biberfreighege eingezeichnet. Leider war vom Radweg aus das Biberfreigehege nicht ausgeschildert und zum Suchen hatten wir keine Lust.
Von 13:30 bis 15:15 machen wir in der Elbterrasse Wörlitzer Winkel direkt an der Fähre in Coswig unsere Mittagspause, die auf Grund eines Regenschauers etwas länger ausfiel. Direkt gegenüber der Villa Elbblick befinden sich die Anlagen eines Kanuclubs.
Nun folgten wir nicht dem ausgeschilderten Weg sondern dem Tipp eines Einheimischen. Direkt an der Fähre biegen wir rechts ab und folgen dem Wiesenfeldweg (ca. 3 km) bis zum Ende (geradezu ist ein Bootsgelände und 2-3 Gebäude zu sehen). Hier links eine kurze Steigung hoch und gleich scharf rechts halten (sandiger Weg).
 Für diese kleine Strapaze werden wir mit einem herrlicher Blick über die Elbelandschaft belohnt. Es gibt keinen Hinweis vom ausgeschilderten Radweg zu diesem schönen Fleckchen, trotzdem kann man es mit ein wenig Glück finden: Der Radweg läuft parallel zur Bundesstraße. An dem Hinweisschild „Notrufsäule 300m“ (Richtung Coswig) führt ein kleiner Weg zu diesem tollen Aussichtspunkt.
Ab diesem Aussichtspunkt fahren wir den ausgeschilderten Radweg weiter und kommen gegen 17:15 Uhr auf dem noch im Bau befindlichen Campingplatz Marina-Camp-Elbe an. Auf den letzten Metern fing es etwas an zu regnen, aber beim Zeltaufbau und unserem abendlichen Abstecher nach Wittenberg bleiben wir trocken.
08.07.02 Wittenberg - Lausiger Teiche 47 km
Gegen 9:15 Uhr verlassen wir den Campingplatz in Richtung Wittenberg. Da noch alles im Bau ist, war auf dem Campingplatz die Versorgung noch nicht gesichert. Wir nutzen die Chance, nach einem guten Frühstück in Wittenberg etwas einzukaufen.
Auf unserer weiteren Fahrt kommen wir an einer Bockwindmühle und einer Fähre vorbei, die von 1959 bis 1997 in Elster fuhr. Hier gibt es auch eine
Informationstafel, die auf den Erfinder der Gierfähre, dem Holländer Hejk,
hinweist. Nach 28 km machen wir in Schützdorf eine kleine Rast, nach weiteren
11 km am Fährhaus Pretzsch (034926/57426, Mittwochs Ruhetag) eine etwas
größere. Die Sonne drückt gewaltig und wir kämpfen den ganzen Tag gegen
leichten Gegenwind. In Klöden gibt es an einer Pension eine Campingmöglichkeit. Wir fahren aber weiter und kommen gegen 16:50 auf dem Campingplatz „Lausiger Teiche“ an. Wir hatten einige Mühe, auf dem steinigen Untergrund unsere Zelte aufzubauen. Danach gab es erstmal ein kühlendes Bad. Erste Überraschung: Die Campingplatzgaststätte (einzige Einkaufsmöglichkeit weit und breit, wenn man kein Auto hat) hat Montags Ruhetag (Hauptsaison!). Es gibt aber noch einen kleinen Kiosk, der offiziell um 18 Uhr schließt. Der hat ein kleines, für uns ausreichendes Angebot. Bei Bedarf (und wenn man Glück hat) hat der Kiosk auch länger auf, bei uns war es bis kurz vor 20 Uhr. Leider wird es wohl immer mehr zum Standard, dass die Campingplatzbetreiber auch Betreiber der Gaststätte sind. Das dient nicht unbedingt dem Service und Angebot. Nun folgt noch die zweite Überraschung: Sowohl bei Ankunft als auch bei Abreise ist in den sanitären Anlagen kein Toilettenpapier zu finden (trotz durchgeführter Reinigung).
09.07.02 Lausiger Teiche - Torgau 36 km
Der nächste Schock: Das Bäckerauto (für die frischen Brötchen) kommt zweimal am Tag, um 6 und um 11 Uhr. Ines war so nett, ganz früh aufzustehen, so konnten wir gegen 10:20 Uhr unsere Fahrt nach einem schönem Frühstück fortsetzen. Nach
10 km ist der Campingplatz Malitzsch ausgeschildert, der kurz vor Dommitzsch ca.
1,5 km vom Elberadweg entfernt ist. Im Fährhaus Dommitzsch ist eine Pension, die bereits am Radweg 20 km vorher ausgeschildert war. Auf dem Radweg sind öfters Pensionen und Unterkünfte mit Telefonnummer ausgeschildert, so dass man auch unvorbereitet fahren kann. Am Fährhaus hatten wir uns neu mit Sonnencreme eingerieben (die Sonne meinte es sehr gut), da mußten wir an einem Getreidefeld mit schönen großen Mähdreschern vorbei. Häckselschnipsel jucken sehr gewaltig....
Auf der Fahrt nach Torgau eröffnet sich uns wieder ein sehr schöner Elbblick. Am Eingang von Torgau lädt das "Alte Bootshaus" zum Übernachten ein.
Wir suchen aber weiter nach dem Campingplatz der Stadt, den wir glücklich bereits um 13 Uhr bei ca. 35°C erreichen. Die Temperaturen sind unerträglich, leider ist der Badestrand seit Jahren gesperrt. Zum Glück gibt es einen kleinen Pool, in dem wir uns abkühlen können. Danach folgt der offizielle Teil und wir erhalten den wohl schönsten Campingschein der Tour: "Herr Demian und zwei Frauen....".
Am Abend streiften wir durch Torgau. Etliche Unterkünfte in Torgau haben sich auf Radwanderer eingestellt, z.B. der Goldene Anker, Sachsenhotel Torgau oder Radwanderers Nachtlager.
Es gibt noch ca. 7 km entfernt den Campingplatz "Obere Walkmühle" in Mehderitzsch mit einem Waldbad.
10.07.02 Torgau - Strehla 45 km
Nach dem wir gegen 10:15 Uhr losgefahren sind, kreuzten wir die B 182 zwischen Bennewitz und Wesnik. Hier ist auf dem Vorwegweiser für die Bundesstraße sogar der R2 ausgeschildert.
Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Torgauer Skyline.
 Nach 19 km kommen wir um 11:45 Uhr in der Rolandstadt Belgern an und machen einen Abstecher zu Fuß in die Stadt. Ein sehr schön restauriertes Zentrum mit Roland und Postsäule erwartet den Besucher. Eine lohnenswerte Rast.
Um 14 Uhr kommen wir an der Gaststätte "Zum Nixstein" an und machen eine einstündige Rast. Etwa 500 m weiter bergauf befindet sich das Erlebnisbad von Strehla mit Campingplatz. Hier schlagen wir unsere Zelte auf und nehmen ein erfrischendes Bad. Nach einem Stadtrundgang und Besichtigung des Schloßhofes zogen wir wieder in die Gaststätte "Zum Nixstein" ein. Mitten im Essen zog ein schweres Gewitter mit Sturmböen auf. Zuerst "retteten" wir uns in die Gaststätte, als dann aber die ersten großen Bäume fielen, schaute Olli nach den Zelten. Sie lagen bereits um, zum Glück ist aber nichts weiter passiert.
In Strehla gibt es noch eine Jugendherberge
und beim Bäcker Benisch, Markt 3 (Benisch.baecker@t-online.de), gibt es eine Unterkunft ab 12 € pro Person.
11.07.02 Strehla - Meißen 46 km
Nach einem morgendlichen Bad im Erlebnisbad von Strehla fahren wir um 10:30 Uhr los und setzen mit der Fähre über. Nach 16 km machen wir im Zentrum von Riesa eine eineinhalbstündige Shopping-Pause. Hinter Riesa wird die Landschaft abwechslungsreicher. Ein Blick zurück zeigt die Burg Hirschberg. Hier hat der Elberadweg in vielen Ortschaften eigene Ortseingangs-/ausgangschilder. In Niederlommatzsch sehen wir die erste Motorfähre. Bis jetzt waren ab Magdeburg alle Fähren Gierfähren. Direkt am Fähranleger ist die "Elbklause Niederlommatzsch", mit Boots- und Radhotel.
Hinter Niedermuschitz ist der Radweg noch nicht fertig und wir müssen ein Stück Bundesstraße fahren. Hier fällt uns auf, dass der Elberadweg oft nur stromab gekennzeichnet ist. Kurz vor 16 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz Rehbocktal an (ca. 3 km hinter Meißen über die Bundesstraße zu erreichen).

Am Elbkilometer 79 ist der Campingplatz auch vom Fluss aus ausgeschildert und zu erreichen (ca. 300 m). Das flache, aber etwas steinige Ufer ermöglicht das Anlegen. Zum Abend fahren wir nochmal nach Meißen und besichtigen die schöne Innenstadt und den Dom.
12.07.02 Meißen - Dresden 43 km
Nach unserer Abfahrt um 10:30 kommen wir an vielen Fähren vorbei, die eigenwillige Fährzeiten haben (Fähre Scharfenberg an Sonn- und Feiertagen im 3 h Rhythmus). Wir kommen um 10:50 Uhr in Coswig/Sa. an und haben Glück: Die Fähre fährt zu jeder vollen Stunde. Hier bietet auch der Kanuverein eine Zeltmöglichkeit an. In Dresden versperren die Bauten zum Kino-Open-Air den
Elberadweg. Genau hier führt aber der Weg zu Brücke, um über den Fluss zu kommen. Eine Umleitungsausschilderung sollten sich die Stadtväter von Dresden ruhig leisten! Nach 24 km sind wir gegen 12:30 Uhr in Dresdens Zentrum und machen eine eineinhalbstündige Pause. Auf unserer Weiterfahrt zum Campingplatz komen wir am Blauen Wunder vorbei. Eine herrliche Kulisse mit dem Raddampfer. Und dann kommen wir noch an der Fähre Tolkewitz / Niederpulritz vorbei, die Ihre Verwandschaft mit der "Fröhlichen Dörte" nicht verleugnen kann ;-)
Um 15:15 Uhr erreichen wir nach 43 km den Campingplatz Wostra. Nur von einer kleinen Elbinsel verdeckt, liegt er genau gegenüber dem Schloß Pillnitz.
13.07.02
Heute fahren wir mit dem Rad nur bis zum Bahnhof Heidenau (ca. 5 km), um dann mit dem Zug in die Sächsiche Schweiz zu fahren. Die Räder könnten wir zum Kindertarif mitnehmen, lassen sie aber am Bahnhof. Den Abend verbringen wir in einem schönen Biergarten mit Elbblick in Laubegast.
14.07.02 Heimfahrt
Um 10:15 Uhr machen wir uns auf den Rückweg vom Campingplatz zum Bahnhof. Da heute der internationale Elbebadetag ist und die Wohnungsgesellschaft Johannstadt ihr Wohngebietsfest an der Elbe feiert, kommt es ab dem "Blauen Wunder" zu Stop-and-Go auf dem Elberadweg. Wir schlängeln uns dann so durch die Stadt, machen dann nochmal Rast in der Stadt. Gegen 14 Uhr fährt unser Zug, mit dem Wochenendticket müssen wir zweimal umsteigen und sind gegen 18 Uhr in Magdeburg.
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