Elberadweg von Cuxhaven nach Magdeburg vom 03.08. bis 15.08.2003

Nachdem wir 2002 den Elberadweg von Magdeburg bis Dresden gefahren waren, haben wir uns für 2003 das Nordstück ausgesucht. Dieses Jahr haben wir massiv am Material aufgerüstet. Ines und Sabine haben sich Ortlieb-Radtaschen, Olli VauDe-Radtaschen zugelegt. Sabine und Olli investierten noch in ein VauDe Zelt "Campo" und Ines in ein kleines Ein-Mann-(Frau-)Zelt.
Die Tourvorbereitung und Planung fällt (im Gegensatz zum letzten Jahr) aus mehreren Gründen fast vollständig aus. Wir haben nur die BikeLine-Karten (Ausgabe 2000 und 2002) und Sabine hat versucht, im Internet nach Campingplätzen am Radweg zu recherchieren. Es sollte uns noch böse treffen, dazu aber später mehr.
So richtig in Ordnung sind unsere Fahrräder auch nicht (bei Sabine macht das Tretlager schon einige Zeit seltsame Geräusche). Als wir uns kurz vor der Tour doch noch für eine Durchsicht entscheiden, hat der Fahrradhändler unseres Vertrauens gerade Urlaub.

03.08.03 Magdeburg - Cuxhaven Bahnfahrt

AnkunftIn altbewährter Manier spielt natürlich die DB in unserem Urlaub eine Rolle. Wir wollen am Sonntag um 10:11 Uhr in Magdeburg mit einem Wochenend- und 3 Fahrradtickets nach Cuxhaven fahren. Schon auf dem Magdeburger Hauptbahnhof fangen wir an zu ahnen, was wir uns vorgenommen haben. Mit viel Improvisationsvermögen aller Reisenden können die vielen Fahrräder im Zug untergebracht werden. In Uelzen haben wir etwas mehr als 30 min Aufenthalt, zum Glück! Denn wir haben einige der letzten Stellplätze für Fahrräder bekommen (natürlich 3 Stufen hoch, wer entwickelt nur solche Züge?). Dadurch haben wir keine Lust mehr, uns den doch außergewöhnlichen Bahnhof Uelzen näher anzuschauen. Mit über 20 min Verspätung (mind. sechs Fahrgäste mit ihren Fahrrädern kann die Bahn nicht mitnehmen, der Zug ist einfach voll) fahren wir dann Richtung Harburg. Hier entspannt sich die Situation wieder ein wenig (es wird sogar etwas von der Verspätung aufgeholt), so dass wir unseren Zug Harburg - Cuxhaven noch bekommen und pünktlich um 16:03 Uhr Cuxhaven erreichen. Nach rund 6 km finden wir den Eingang zum Campingplatz "Am Bäderring", wo wir tatsächlich auf Anhieb einen kleinen Stellplatz für unsere zwei kleinen Zelte bekommen (die Wohnmobil-Plätze sind natürlich alle belegt). Für zwei Nächte zahlen wir 43 Euro, frische Brötchen können wir bestellen.

Elbemündung

04.08.03 Ruhetag in Cuxhaven

Nach der stressigen Anreise brauchen wir erstmal einen Ruhetag. Wie das an der Nordsee aber mal so ist, wenn wir ans Wasser wollen, ist es weg. So flanieren wir die Promenade entlang (ist schon ein beeindruckendes Bild, wenn die großen Pötte die Elbmündung passieren) und lassen es uns den ganzen Tag gut gehen.

05.08.03 Cuxhaven - Krautsand 82 km

OstesperrwerkDie heutige erste Etappe soll ca. 65 km lang werden. Leider gibt es kein Schild "Beginn Elberadweg" oder ähnliches, wir müssen auch erkennen, dass in und um Cuxhaven der Radweg immer nur Richtung Mündung ausgeschildert ist. Richtung Otterndorf führt der Weg zwischen Damm und Elbe lang, was natürlich einen herrlichen Ausblick garantiert. Wenn da nicht alle 1-2 km die Weidezäune wären, wo man absteigen und durch enge Türen muß. Es nervt und kostet Zeit. Hinter Ottendorf stellen wir fest, dass die beiden BikeLine-Karten sehr große Unterschiede in der Wegführung besitzen. Nach der alten Karte sollen wir dem straßenbegleitenden Radweg folgen, laut der neuen Karte sollen wir die Bundesstraße kreuzen. Hier ist aber soviel Verkehr, dass wir auf das Kreuzen aus Sicherheitsgründen verzichten. Die beiden Routen treffen sich im gleichen Ort.

ÖffnungszeitenNach 43 km erreichen wir gegen 14 Uhr das Ostesperrwerk und können es sogar in Aktion bewundern. Nach einer halben Stunde geht es weiter Richtung Freiburg, finden aber nur die 2000-Streckenführung. Bei genauem Studium unserer Karten fällt uns ein Satz zur Wischhafener Süderelbe auf: "Sperrwerk (Übertritt nur am Wochenende)". Und heute ist Mittwoch (die Öffnungszeiten sind in der Zeit vom 01.05. - 30.09. samstags und sonntags, sowie an Feiertagen von 10-12 Uhr und von 17-19 Uhr). 20 km Umweg bei diese Hitze?
Nach 62 km finden wir in Freiburg einen Caravanstellplatz (mit Toiletten und Duschen, ganz toll!), eine Wiese für unsere Zelte wäre auch da. Laut Aushang kommt der Verantwortliche um 18 Uhr zum kassieren, unter der angegebenen Rufnummer meldet sich niemand. Aber da gibt es ja noch eine Rufnummer vom Tourismusverein Wischhafen. Die werden uns wohl sagen können, ob radelnde Zelter (oder zeltende Radler) erwünscht sind. Der Text auf dem Anrufbeantworter verwundert uns doch etwas, denn dort werden folgende Öffnungszeiten genannt: Mo, Di, Do, Fr 9-14 Uhr. Krautsand Da es erst kurz vor 16 Uhr ist, wollen wir nicht bis 18 Uhr warten (im Hinterkopf die allwärtige Bevorzugung der motorisierten Urlauber). Den Weg aus Freiburg Richtung Wischhafen finden wir nur mit der Hilfe eines Einheimischen (die Beschilderung läßt zu wünschen übrig).

Gegen 17:40 Uhr erreichen wir nach 82 km den Campingplatz "Zum Leuchtturm" in Krautsand am Elbdeich. Wir zahlen für die Nacht 16,50 Euro. Nach Zeltaufbau und einer erfrischenden Dusche treibt es uns nur noch in den Biergarten, mit einem guten Fischgericht und einem kühlen Blonden lassen wir den Tag ausklingen.

06.08.03 Krautsand - Neßhof 47 km

Beim Packen stellen wir fest, dass Sabine eine Schraube am Schutzblech verloren hat, die Strebe ist für den Halt der Fahrradtaschen notwendig. Provisorisch befestigen wir die Strebe mit einem Kabelbinder, in der Hoffnung, in Stade einen Fahrradmechaniker zu finden.
Nach einem Kilometer kommen wir an der Schlosserei Uwe Lorenzen vorbei. Ein netter Mitarbeiter suchte ewig nach einer M5-Schraube (erhielt jedoch einen Anpfiff von seinem Chef). Nachdem er fündig wurde, war die Reparatur nur noch eine Kleinigkeit. Danke!
Auf der anderen Deichseite finden wir eine herrliche Badestelle, und da es schon drückend heiß ist, nehmen wir noch ein kleines (Fuß-)Bad. Gegen 11:40 Uhr starten wir dann unsere Tagesetappe erst so richtig.
StadeNach 27 km erreichen wir um 13:15 Uhr Stade und schließen unsere Sachen im Bahnhof ein. Nach einem Stadtrundgang durch die herrliche Altstadt (mit vergeblicher Suche der Tourist-Info, die Hinweisschilder führten ins Nirvana) ging es 15:20 weiter.
Gegen 16 Uhr erreichten wir nach 40 km die Fähre zum Inselcampingplatz. Die Öffnungszeiten der Gaststätte (es ist Mittwoch, Ruhetag) und die Fährzeiten (nächste und letzte Fähre 18 Uhr) lassen uns doch verzweifeln! Wir entschließen uns zur Weiterfahrt und finden im nächsten Ort einen kleinen Laden mit diesen mit Werbung finanzierten Stadt-/Ortsplänen. Hier ist ein Campingplatz verzeichnet und so erreichen wir nach 47 km um 16:50 Uhr den Neßhof Campingplatz auf dem Bauernhof, 2 min mit Fahrrad zum Bäcker, 12 Euro incl. Duschen, einfach perfekt. Die Radwegausschilderung war mal wieder grauenhaft.
Abends sind wir im Restaurant "Zur schönen Fernsicht" und treffen einen Feuerwehrmann (FFw Grünendeich) mit Familie, der reges Interesse an unseren BikeLine-Karten hat (und so etwas gar nicht kennt). Von ihm erhalten wir Tipps für einen Campingplatz hinter Hamburg.

07.08.03 Neßhof - Laßrönne 75 km

Wir starten um 10:10 Uhr und erreichen nach 5 km die Fähre Lühe - Schula, allerdings fährt die nächste erst um 12 Uhr. Wir fahren weiter und passieren um 11:11 Uhr das Ortseingangsschild Hamburg Kranz. Nach 19 km erreichen wir um 11:20 Uhr die Fähre Neuenfelde - Blankenese, nächste Abfahrt 12:00 Uhr. HamburgIn Blankenese angekommen genehmigen wir uns noch ein Fischbrötchen. Wir folgen dem Elbufer über Ovelgünne, St. Pauli Fischmarkt und Landungsbrücken. Hier wimmelte es aber vor Menschen und die Betonflächen und -klötzer strahlen noch mehr Wärme ab. Wir entscheiden, die Fahrt nicht für einen Hamburg-Trip zu nutzen und machen lieber nach 40 km von 14:25 bis 15:05 eine Apfelschorlenpause im Entenwerder Fährhaus.
Nach 60 km erreiche wir genen 16:00 Hohendeich, wo der vom Feuerwehrmann empfohlene Campingplatz sein soll. Er entpuppte sich als 5 km langer Privatcampingplatz, ohne die Chance, auch nur eine Nacht auf einer Wiese zu nächtigen. Selbst als Sabine und Ines alleine fragen gehen (von wegen Frauen-Bonus), werden sie trotz der 38 Grad Lufttemperatur abgewiesen. Ich enthalte mich jedem weiteren Kommentar. Nach einem erfrischenden Eis an einem Eiswagen fahren wir gegen 17:05 Uhr weiter und erreichen nach 71 km um 17:30 Uhr die Fähre Zollenspieker - Hoopte und nach 75 km um 18:30 Uhr den Campingplatz Laßrönne. Den Abend verbringen wir in Hoopte's Hotel "Sievers Gasthaus".

08.08.03 Laßrönne - Lauenburg 39 km

GeesthachtWir starten heute um 9:40 Uhr ohne Frühstück und in Drennhausen verlassen wir den Radweg, um einen Bäcker zu suchen. In Elbstorf finden wir einen Bäcker mit Imbiss und stärken uns bis 10:40 Uhr.
Gegen 11 Uhr erreichen wir das Stauwerk Geesthacht, die Besichtigung des Stauwerkes und der Schleuse dauert bis 11:20 Uhr. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, passieren wir den Energiepark Geesthacht mit Pumpspeicherwerk, Solarfeld, Windenergieanlage und KKW Krümmel.
In Höhe des Campingplatzes "Hohes Elbufer" verlieren wir den Radweg und quälen uns durch den Wald mit morastigen Stellen, sehr bergig und viel Wurzelwerk.
Nachdem wir die Altstadt von Lauenburg passiert und die Elbseite gewechselt haben, kommen wir bei tropischen Temperaturen um 13:40 Uhr nach 39 km am Campingplatz "Eichenwäldchen" in Hohnstorf gegenüber von Lauenburg an. Wir bekommen sogar drei Stühle und einen Tisch, zahlen 12 Euro, Duschen kostet 0,5 Euro. Wirklich ein toller Service!
Lauenburg
Unser Weg führte direkt durch die Altstadt von Lauenburg mit seinem original erhaltenen Kopfsteinpflaster, nicht sehr radler- und gepäckfreundlich. Linkselbisch wäre die Strecke sicherlich besser gewesen. Da es aber mal wieder sehr heiß ist, war der Weg durch den Wald sehr angenehm.

09.08.03 Lauenburg - Klein Kühren 43 km

Heute starten wir gegen 10:00 Uhr und folgen den Deichverteidigungswegen, bis wir nach 24 km um 11:30 Uhr Bleckede mit dem Elbschloß Bleckede erreichen. Hier machen wir eine Fischbrötchenpause und bummeln noch etwas durch den Ort bis 12:10 Uhr. Nach ca. 40 km machen wir im Landhaus Katemin in Neu Darchau ab 13 Uhr eine etwa einstündige Pause. Aber schon 3 Kilometer weiter finden wir in Klein Kühren den Campingplatz "Elbufer". Hier gibt es eine kleine Einkaufsmöglichkeit mit dem Lebensnotwendigsten, Eis und kühle Getränke. Den tollsten Service finden wir auf der Campingwiese, eine (kostenlose) Steckdose (z.B. zum Handy laden), leider fehlt dafür das Toilettenpapier. Da es wieder total heiß ist, suchen wir uns ein schattiges Plätzchen, bevor wir die Zelte am frühen Abend aufbauen.

10.08.03 Klein Kühren - Lenzen 77 km

Fähre HitzackerVor unserem Start gegen 10:30 Uhr reparieren wir noch die Beleuchtungsanlage an Sabines Rad. Wir wollen in Klein Kühren nach Neu Darchau übersetzen, am Hafen ist ein Trödelmarkt, den wir natürlich besuchen. Gegen 11:20 Uhr setzen wir die Fahrt auf der andern Elbseite fort, die Wegqualität bis Groß Wannratz läßt Ines folgende Bemerkung machen: "Die Straße ist wohl noch aus dem römischen Reich, siehst Du die Kampfwagenspuren?". Der Weg auf der anderen Elbseite ist laut Karte mit starken Anstiegen versehen. Bei den zu erwartenden Tagestemperaturen wollen wir aber darauf verzichten. Nach 17 km machen wir 10 min Rast in Rassau an einem Rastplatz mit der Möglichkeit, viel Infomaterial zu erhalten und sich in einer Liste zu verewigen. Kurz vor 13 Uhr erreichen wir nach 23 km die Fähre Bitter - Hitzacker, die am heuteigen Elbeschifffahrtstag mit einem ganz kleinen Motorboot betrieben wird.
Bis 14:30 Uhr machen wir einen Stadtrundgang in Hitzacker und nehmen einen kleinen Imbiss im "Hausboot" zu uns. Nun folgt eine Strecke mit warmen starken Gegenwind. Nach 43 km erreichen wir um 15:45 Uhr die Dömitzer Brücke, hier finden wir auch die erste Unterkunftswerbung am Radweg und machen ab jetzt wegen der Hitze alle 10 km eine kleine Pause.Anstieg In Laase kreisen ca. 25 Störche über uns, ein beeindruckendes Schauspiel. Kurz hinter Laase endet der Radweg abrupt mitten im Wald, auf der anderen Seite geht er weiter, ohne Beschilderung eines Überweges (oder Hinweises für die Autofahrer). In Höhbeck bezwingen wir einen 16%-Anstieg. Gegen 18:00 Uhr nach 69 km erreichen wir die Fähre Lenzen - Pevestorf und 8 km später um 19:00 Uhr den Campingplatz "Am Rudower See", 20,50 Euro incl. Duschen.

11.08.03 Lenzen - Gartow 18 km

Sportboothafen LenzenNach den Hitzetagen wollen wir heute einen halben Ruhetag einlegen, unser Ziel liegt nur ca. 20 km entfernt. Bevor wir gegen 10:20 Uhr losfahren, stellen wir fest, dass bei Olli ein Schutzblechstrebe gebrochen ist. Damit die Tasche trotzdem einen Halt hat, erfolgt die Reparatur mit einem Kabelbinder. Nach einer Stadt- und Sportboothafenbesichtigung in Lenzen kommen wir um 12:15 Uhr im Campingpark Gartow an. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und gegen Abend fällt uns auf, dass bis auf zwei Gaststätten in Gartow alle am Montag Ruhetag haben.

12.08.03 Gartow - Wittenberge 40 km

Für den heutigen Tag sind unsere Aufzeichnungen leider unvollständig. In Schnackenburg besuchen wir das Grenzlandmuseum, einige Kilometer später auch die Außenanlage Stresow.
WittenbergeNach 40 km erreichen wir um 13:10 Uhr Wittenberge. Wir besuchen die Tourist-Information (an dem Fahrradständer brechen Olli zwei Speichen am Vorderrad) und bekommen dort als Unterkunftsmöglichkeit den Campingplatz im Sportboothafen genannt. Vor Ort kein Baum, kein Strauch und kein Hinweis auf die Campingmöglichkeit. Wir fahren weiter zum Freibad "Friedensteich", hier findet gerade ein Integrationstreffen mit 250 russischen Jugendlichen statt. Wir finden ein schattiges Plätzchen, aber an Schlafen wird diese Nacht wohl nicht zu denken sein.....
Während die Mädels die Zelte aufbauen, fährt Olli nochmals in die Stadt, um sein Vorderrad reparieren zu lassen. Der Schaden wird von einem Fahrradhändler in Wittenberge für 35 Euro (!) beseitigt, inclusive einiger unnötiger Bemerkungen über zusätlich notwendige Arbeiten am Rad. Als Höhepunkt war da noch das Restaurant "Das Kranhaus". Gut, Olli hatte nicht seinen dunklen Zweireiher an, aber frisch geduscht und mit sauberem T-Shirt haben sie ihn dort nicht haben wollen: Ein Blick von oben nach unten: "Nö, alles belegt." War aber alles frei und kein Wochenende! Wir fanden uns dann direkt an der Elbe in einem Mediterranen Restaurant ("Feluka", Elbstraße 16) wieder. Das Wetter war auch mediterran, so dass es ein sehr schöner Abend wurde. Nur wie befürchtet, schlafen konnten wir dann nicht....

13.08.03 Wittenberge - Werben 52 km

Gnevsdorfer WehrNach dieser unheilvollen Nacht verlassen wir kurz nach 9 Uhr den Campingplatz. In der Stadt frühstücken wir und kurz vor 10 Uhr beginnen wir mit unserer Tagesetappe. Wir passieren das Storchendorf Rühstädt und erreichen nach 20 km um 11:15 Uhr das Wehr und die Schleuse Gnevsdorf und machen eine kleine Rast. Offiziell geht der Radweg zwar auf einer kleinen Landstraße nach Havelberg, wir entscheiden uns aber für die holprigen Feldwege zwischen dem Gnevsdorfer Vorfluter und der Elbe. Die Aussichten entschädigen für den schlechten Weg. Auf dem Weg zum 10 Kilometer entfernten Neuwerbener Wehr / Schleuse Quitzöbel geht bei Sabines Tretlager und Nabenschaltung auf einmal gar nichts mehr. Zum Glück ist die Technik recht sensibel und nach ein paar lieben Worten geht es weiter ;-)
WerbenNach 41 km erreichen wir gegen 13:20 Uhr Havelberg und legen hier bis 14:30 Uhr eine Mittagspause ein. Wir übernachten nicht in Havelberg, obwohl Familie Heldt auf der Campinginsel Havelberg einen schönen Campingplatz betreibt und außerdem fahrradfreundliche Ferienwohnungen anbietet. Diese Angebote kennen wir schon, wollen was neues Kennenlernen und nutzen um 15:25 Uhr die Fähre Werben. Nach einem Stadtrundgang in Werben erreichen wir nach 52 km den Campingplatz am Freibad, den teuersten der ganzen Tour mit 23 Euro (incl. Duschen + Freibadnutzung). Den Abend verbringen wir sehr idyllisch in der "Restauration" und Pension, Schadewachten 34.

14.08.03 Werben - Bittkau 70 km

SchwäneNachdem es auf der gesamten Tour sehr heiß war, ist es heute deutlich kühler, der Himmel ist bedeckt und wir kämpfen ab 10:30 Uhr mit starkem Gegenwind. Am Ortsausgang Werben weisen in beiden Richtungen große Hinweisschilder auf Sehenswürdigkeiten und Serviceeinrichtungen der näheren Umgebung hin. Es folgen einige Rastplätze mit Back-/Grillgelegenheit und dann ein ungewöhnliches Verkehrshindernis: eine Schwanenfamilie versperrt uns den Weg. ArneburgNun folgt eine weite Umfahrung der Baustelle des Zellstoffwerkes. Nach 31 km erreichen wir Arneburg um 12:45 Uhr und machen eine Rast. Auf unserer weiteren Tour passieren wir das Schloßhotel Storkau und die Dorfkirche Hämerten.
Tangermünde erreichen wir nach 51 km um 15:20 Uhr. Für Tangermünde sollte man auf alle Fälle mehr Zeit einplanen, eine sehr schöne Stadt. Besuchen muß man auch unbedingt das Tangermünder Tourismusbüro. Hier erhielten wir die ersten Merchandising-Produkte für den Elberadweg zwischen Cuxhaven und Bad Schandau, Postkarten, Aufkleber und Whopies.
Wir fahren 16:45 weiter und 4 km hinter Tangermünde erreichen wir ein ca. 3 km langes schlechtes Wegstück, für das keine Umleitung ausgeschildert ist (aber auf www.elberadweg.de wird drauf hingewiesen). Der Weg war mal O.K., wurde aber 2002 zum Hochwasser als provisorisch Deichverteidigungsweg ausgebaut, mit dem, was gerade greifbar war, Keilplatten etc. Auf der halben Wegstrecke macht der Weg noch einen 90-Grad-Knick und der Wind bläst uns zusätzlich sturmartig ins Gesicht. Geschafft und glücklich erreichen wir nach 70 km um 18 Uhr das Family-Camp Kellerwiehl. Hier warten auf den müden Radler neben einem freundlichen Team schöne große Holzhütten, eine Sauna und eine tolle Küche.

15.08.03 Bittkau - Magdeburg 63 km

BertingenNachdem Antje zu uns gestoßen ist und wir uns an dem tollen Frühstück im Family-Camp Kellerwiehl gelabt haben, fahren wir gegen 10:30 Uhr los.
Wir wollten die Fähre Ferchland - Grieben benutzen, die aber wegen Straßenbauarbeiten vom 13.-20.08. außer Betrieb ist. Leider gibt es für alle (Autofahrer, Radler, Wanderer) den Hinweis erst direkt an der Fähre. Also umkehren und nach 8 km sind wir wieder am FamilyCamp und nun geht die Tagesetappe ein zweites mal los :-(
Nach 25 km erreichen wir gegen 12:15 Uhr das ehemalige Ferienlager Bertingen, an das einige noch Kindheits- und Jugenderinnerungen haben.
Danach ist der Weg auf ca. 500 m sehr sandig, so dass Schieben angesagt ist. Die Fähre in Rogätz (33 km, 13 Uhr) hatte schon abgelegt und kam nochmal für uns zurück. Nach unsere Müsli-Pause in Schartau (37 km, 13:30) haben wir uns fast verfahren, erreichen dann aber nach 41 km kurz nach 14 Uhr das Kanalstübchen Niegripp.

KanalstübchenHier machen wir eine Rast und einige Straßen weiter gibt es noch ein tolles Eis. Nach 45 km passieren wir die Baustelle der Doppelsparschleuse Hohenwarthe und 3 km weiter die Trogbrücke über die Elbe. Nachdem im Landkreis Stendal die Ausschilderung sehr gut war hat sie hier nun im Jerichower Land stark nachgelassen und ohne Pfadfinderkenntnisse findet man die Ortsdurchfahrt von Hohenwarthe nicht. Um 16:30 erreichen wir nach insgesamt 678 km in Magdeburg das Spaßbad Nautica, wo sich unsere Wege nach Hause trennen.

Trogbrücke


Leider gibt es bisher sehr wenige Erinnerungsstücke, die direkt den Elberadweg zum Inhalt haben. Postkarten und Bücher der einzelnen Orte und Regionen oder Bücher über die Elbe sind hier nicht gemeint, die sind natürlich fast überall zu bekommen. Wir haben auf der Suche nach einem T-Shirt oder Basecap mit dem Logo jede Touri-Info am Wegesrand gestürmt und wurden tief enttäuscht. (Falls jemand weiss, wo es sowas gibt, meldet Euch bitte!!!)
Folgende "Fanartikel" konnten wir am vorletzten Tag in Tangermünde im Tangermünder Tourismusbüro (Kirchstr. 13, Nähe Rathaus) aufspüren:
Aufkleber Elberadweg im Landkreis Stendal Postkarte vom Elberadweg Magdeburg-Rogätz Postkarte vom Elberadweg Schartau-Jerichow-Tangermünde Postkarte vom Elberadweg Rogätz-Tangermünde Postkarte vom Elberadweg Tangermünde-Werben-Havelberg
  Aufkleber  Radweg-Postkarten vom Norden Sachsen-Anhalts (einzelne gab es auch auf den Fähren)
Whopie Pretzien
Whopie Diese Plakette gibt es in Pretzien.


Weitere Bilder findet Ihr auf den Seiten von Ines.


© Oliver Demian 2003