Am Montagmorgen Abfahrt vom Campingplatz Gunzenberg an der Talsperre Pöhl in Richtung Nordufer, zwecks Ausschau nach Dampfer und Staumauer. Anschließend Weg suchen in Richtung Elstertalbrücke. Unglücklicherweise ist irgendwie immer ein Berg dazwischen und wir wählten wohl immer den falschen Weg. Jedenfalls quälten wir uns mit den Rädern fast bis zum Mosenturm hoch. Die Wege nach unten ins Triebtal waren dann noch schrecklicher. Wegen inzwischen defekter Vorderradbremse an Ollis Fahrrad war dieser Abstieg für ihn nur ohne Beladung am Fahrrad möglich - also zweimal laufen (einmal Gepäck, einmal Rad). Völlig genervt erreichten wir dann das Elsterufer mit Blick zur Elstertalbrücke, die kleine Schwester der Göltzschtalbrücke. |
Am Bahnhof Barthmühle standen wir dann vor einer Entscheidung. Ein Schild für den Elsterradweg fanden wir nicht, wahrscheinlich führt der Elsterradweg über Landstraßen weit ab vom Fluss (Jößnitz - Steinsdorf - Cossengrün - Görschitz - Gippe - Elsterberg) und wir hatten die Route schon gestern vor dem Gasthof Lochbauer verloren.
Unsere Karte zeigt einen interessant aussehenden Wanderweg direkt am rechten Elsterufer, also nahmen wir diesen. Der Weg durch das romantische Elstertal war zwar nicht durchgängig fahrradfreundlich, dennoch wegen der Landschaft sehr empfehlenswert. Kurz vor Elsterberg führt der Wanderweg zum Kriebelstein, wir fuhren nach links in Richtung Elsterberg, brauchten ja eine Fahrradwerkstatt. Kurz vor dem Ort ging es nochmal bergan. Der Blick von oben aufs Elster-Wehr kam leider durch viele große Bäume kaum zur Geltung. Endlich in Elsterberg angelangt, bekamen wir die Auskunft, dass es den nächsten Fahrradservice erst kurz vor Greiz, in Dölau gibt. So fuhren wir entlang der Straße (B 92) in Richtung Greiz. Bald fanden wir auch wieder einige Elsterradwegschilder. Die vielen Rostbratwurst-Stände am Rande der Straße verrieten uns, dass wir Thüringen erreicht haben mussten. Also kurze Rast und geniessen einer echten Thüringer Roster. Schon bald darauf fanden wir neben einer Autowaschstraße das angekündigte Zweirad-Center Frank Künzel, wo es ein Stück neuen Seilzug für die Bremse gab.
In Greiz angekommen, steuerten wir zielstrebig zunächst in die Stadtinfo. Zum Thema Elsterradweg konnte man uns nicht wirklich helfen. Dort erfuhren wir, dass die letzte Schlossführung gerade begonnen hatte (tägl. 10 und 14 Uhr). Wir stiegen trotzdem zu Fuß hoch und schauten uns um. Anschließend bummelten wir durch die Stadt und stärkten uns in einem Eiscafé.
|
In Greiz wiesen einige Schilder den Elsterradweg. Er ging mal wieder über die Landstraße, die jetzt im Berufsverkehr sehr stark frequentiert war. Die Straße in Richtung Neumühle ist zunächst auch noch kopfsteingepflastert und geht immer leicht bergan. Irgendwann mussten wir unsere Tour schiebender Weise fortsetzen. Solche Abschnitte sind sicherlich keine Empfehlung für den Elsterradweg. Langsame oder gar schiebende Radwanderer sind ein Hindernis für den Autoverkehr und uns nervten neben den Straßenbedingungen vor allem die vielen Autos. Bei diesen Strapazen zweifelten wir dann, ob dies überhaupt der richtige Weg war.
Ab Knottenmühle/Neumühle (?) wies die Beschilderung nach rechts, weiter über Landstraße und weiter bergan und leider immer in Entfernung von der Elster. Die Route führte uns durch Walterdorf, Obergeißendorf, Untergeißendorf, Neumühl nach Berga, wo eine aufgerissene Straße für Verwirrung sorgte. Dennoch fanden wir durch Berga hindurch und dann wieder den ausgeweisenen Radweg und endlich zur Elster zurück.
Nun ging es neben den Bahngleisen und relativ nahe am Fluss leicht bergan in Richtung Clodramühle. Schon in Berga an der Elsterbrücke machte die Gaststätte "Clodramühle" Werbung und motivierte uns für die letzten Kilometer. Da wir wussten, dass es nahe der Clodramühle einen Campingplatz geben sollte, rollten die Rädern nun fast von alleine. Da störte es nichtmal, dass wir den durch die Gebäude der Hammermichelbaude etwas versteckten Bahnübergang in Richtung Mühle verpassten und, nachdem wir die Mühle vom Berg aus sahen, nochmal zurück fahren mussten. Also direkt an der Hammermichelbaude gibt es einen Bahnübergang und dann kann man auch schon die Fußgängerbrücke sehen, die zur Clodramühle führt. Die Brücke ist schmal und hat steile Treppen, läßt sich mit vollbepackten Fahrrädern nur schwer überwinden. Endlich an der Clodramühle angekommen, mussten wir lesen, dass die Gaststätte Montag und Dienstag Ruhetag hat. Schade, dass auf der Gaststättenwerbung in Berga davon nichts stand. Naja, die Einheimischen werden's wissen. Nach den Strapazen dieses dritten Tages war das die Krönung, wir waren ziemlich bedient!
|