Die Mulde mit dem Muldestausee

Die Mulde (auch Vereinigte Mulde) entsteht durch den Zusammenfluss der Freiberger Mulde und der Zwickauer Mulde bei Sermuth in der Gemeinde Großbothen und mündet nach knapp 143 km bei Dessau in die Elbe.

Die Zwickauer Mulde ist der linke bzw. westliche Quellfluss der Vereinigten Mulde und wird auch Westliche Mulde genannt. Sie entspringt im Vogtland bei Schöneck und hat 2 Quellflüsse: die Rote Mulde und die Weiße Mulde. Die Rote Mulde entspringt am östlichen Stadtrand von Schöneck. Die Weiße Mulde kommt aus dem Oberen Muldenteich beim Schönecker Ortsteil Kottenheide. Beide münden nach 3 km in die Talsperre Muldenberg, aus der dann die Zwickauer Mulde hervorgeht.
An den Oberläufen der Zwickauer Mulde teilt sich der Fluss das enge Tal mit einer Straße und einer Bahnlinie. Im Flachland haben sich typische Auenlandschaften und Feuchtgebiete mit einzigartiger Flora und Fauna erhalten. Die Zwickauer Mulde durchfließt u.a. die Städte Aue, Zwickau, Glauchau, Waldenburg, Penig, Rochlitz und Colditz. Als größten Nebenfluss nimmt sie in der Nähe von Wechselburg die Chemnitz auf. Bis zum Zusammenfluss mit der Freiberger Mulde hat sie 166 km zurückgelegt.

Die Freiberger Mulde ist der rechte bzw. östliche, 124 km lange Quellfluss der Mulde und wird auch Östliche Mulde genannt. Sie entspringt in einer Höhe von 855 m ü. NN im Osterzgebirge in Tschechien, südöstlich von Moldava als "Moldavský Potok". Nach etwa 5 km erreicht sie als ersten deutschen Ort Holzhau in einer Höhe von ca. 600 m ü. NN, dann Rechenberg-Bienenmühle bei ca. 545 m ü. NN. In Schweta westlich von Döbeln nimmt sie als größten Nebenfluss die Zschopau auf. Sie fließt u.a. durch Freiberg, Nossen, Roßwein, Döbeln und Leisnig.

Die Vereinte oder Vereinigte Mulde fließt durch das sächsische Hügelland, führt dabei an Grimma, Nerchau, Trebsen, Wurzen und Eilenburg vorbei. Hinter Bad Düben kommt sie nach Sachsen-Anhalt. Kurz hinter der Landesgrenze von Sachsen zu Sachen-Anhalt speist die Mulde den Muldestausee bei Bitterfeld.

Der Muldestausee ist 1976/77 durch Flutung des Braunkohlerestloches vom ehemaligen Tagebau Muldenstein entstanden und verfügt bei einer Wasserfläche von 6,3 km² über einen nutzbaren Stauraum von 15 Mill. m³. Der Stausee bietet vielfältige Freizeit- und Erholungsangebote, z.B. Wassersportmöglichkeiten, Camping und Wandern, die durch Informationsmöglichkeiten zur Bergbau- und Landschaftsentwicklung ("Haus am See" Schlaitz, 17 km langer Naturlehrpfad mit Aussichtsplattformen und Schutzhütten) ergänzt werden. Nördlich an den See grenzt das Naturschutzgebiet "Schlauch Burgkemnitz". Am südlichen Ufer liegen die Orte Mühlbeck, Friedersdorf, bekannt auch als Buchdorf, und Pouch. Südwestlich ist in den letzten Jahren durch Flutung eines Tagebaurestloches ein weiterer großer See entstanden, die Goitzsche.

Vom Zusammenfluss der Freiberger und Zwickauer Mulde bis zum Stausee ist die Mulde ein sehr interessanter Wasserwanderfluss. Der Abschnitt Eilenburg-Bad Düben darf aus Naturschutzgründen jedoch nur in der Zeit vom 15.7. bis 31.10. befahren werden, wobei das Anlanden hier generell, ausser an der Fähre Gruna verboten ist (Info www.kanu.de).

Im Anschluss an den Muldestausee fließt die Mulde an Muldenstein, Jeßnitz, Raguhn vorbei und mündet schließlich nördlich von Dessau in die Elbe. Vom Muldestausee bis zur Mündung steht der Flusslauf bis auf ein kurzes Stück im Stadtgebiet Dessau unter Naturschutz und ist auch für muskelbetriebene Boote, wie Kanus und Ruderboote gesperrt. An der Vereinten Mulde und an ihren beiden Ursprungsflüssen befinden sich gut ausgebauete Radwanderwege.

die Mulde
Zusammenfluss Zwickauer und Freiberger MuldeEinfahrt zum Muldestausee
links: der Zusammenfluss bei Sermuth,     rechts: Paddeln zum Muldestausee,   oben: Mulde zwischen Eilenburg und Bad Düben


© Sabine Spohr 1998 - 2010  11.03.2009