| | | 26.03.2012 10:38 | | Aus für Gaststätte "Saaleblick" in Weißenfels | "Nein, wir lassen uns nicht mehr umstimmen. Wir kehren Weißenfels den Rücken." Erika Engeln kämpft mit den Tränen, während ihrem Mann die Entschlossenheit ins Gesicht geschrieben steht. Der Außenstehende mag dem Inhaberehepaar der Gaststätte "Zum Saaleblick" nicht glauben. Zu liebevoll ist der Gastraum gestaltet, anheimelnd der Wintergarten. Geradezu lauschig ist es im Biergarten mit dem idyllischen Blick auf die ruhig dahinfließende Saale. Gegen Ende des Jahres wird das Ehepaar den Schlüssel herumdrehen und wegziehen. Und dies nach zwei Jahrzehnten. Die Idylle in und hinter dem Restaurant ist die eine Seite der Medaille. Davor breitet sich der größte Bauplatz von Weißenfels aus - ein Ende des Baugeschehens ist vor 2014 nicht absehbar. "Wir sind für die Gäste nicht mehr erreichbar", schildert Erika Engeln und fügt hinzu: "Damit teilen wir das Los mit dem Optiker, der Apotheke und, und und." Die Folgen seien gravierend: "Für uns bedeutet das, mit einem Umsatzverlust von rund 50 Prozent seit langem zu leben." "Wir haben nichts mehr zuzusetzen", rechnet der Gastwirt vor und legt los: "Vorher hatten wir mit den Bauarbeiten in der Dammstraße zu kämpfen. Jetzt leiden wir unter dieser sinnlosen Steuerverschwendung. Wie sich das auf die angrenzenden Gewerbetreibenden auswirkt, ist denen da im Rathaus doch schietegal. Hier lässt sich eh von denen keiner blicken." Die Betroffenen hätten bei der Stadt um entsprechende Hinweisschilder gebeten. "Naja, um Gästen und Kunden aufmerksam zu machen: Hallo, uns gibt es noch", meint die Gastwirtin zaghaft. Aus der Stadt habe es die Antwort gegeben: "Da kann ja jeder kommen."
Quelle, Foto & mehr: Mitteldeutsche Zeitung | | |    |
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