Die Saale und Historisches

Die Saale entspringt im Fichtelgebirge in Oberfranken nahe des Ortes Zell auf einer Höhe von 728 m über NN, besitzt ein Einzugsgebiet von ca. 23770 km² (einschließlich Unstrut) und mündet nach einer Länge von 413 km bei Barby auf 49,5 m über NN am Elbkilometer 291 in die Elbe.
Schwarza, Ilm, Unstrut, Wipper und Bode gehören linkerseits, Orla und Weiße Elster rechterseits zu den wichtigsten Nebenflüssen.

Die Saale durchfließt das Bayerische Vogtland, die Stadt Hof, den Frankenwald und den Naturpark Thüringer Schiefergebirge - Obere Saale im östlichen Thüringen, wo sie in der Bleilochtalsperre bei Saalburg und der Hohenwartetalsperre bei Ziegenrück gestaut wird, gefolgt von den Städten Saalfeld, Rudolstadt sowie Jena im Thüringer Saaleland.
Bei Kaatschen tritt die Saale in den Burgenlandkreis ein und erreicht damit Sachsen-Anhalt, den Naturpark Saale-Unstrut-Trasland und das Weinbaugebiet Saale-Unstrut sowie im Folgenden Städte wie Bad Kösen, Naumburg, Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg, Halle, Alsleben, Bernburg und Calbe.

Westlich von Naumburg mündet linksseitig die Unstrut in die Saale und südlich von Halle fließt von rechts die Weiße Elster dazu. Zwischen Saale, Elster und Luppe befindet sich das Naturschutzgebiet Saale-Elster-Aue, gefolgt vom NSG Saaleaue westlich der B91 und dem NSG Raabeninsel.
Nördlich von Halle durchfließt die Saale den Naturpark Unteres Saaletal.
Zwischen Friedeburg und Nelben durchschneidet die Saale in einem engen steilwandigen Durchbruchstal das Hügelland des östlichen Harzvorlandes. Beeindruckend sind hier die rotleuchtenden Klippen. Sie fließt von der Alslebener Enge, die ca. 700-800 m breit ist, bei Mukrena in die Kustrenaer Wanne (ca. 5 km breit). Ein alter Flusslauf begann bei Mukrena und floss unterhalb von Kustrena wieder in die Saale. Altwasser wie die Strenge, die Kuhfurt, der Krenz oder die Alte Saale liegen rechts und links des heutigen Saalelaufes.
Die Auenwälder sind die ursprüngliche Vegetation mit ihrer reichhaltigen Fauna in den Flussauen der unteren Saale bis zur Mündung in die Elbe. Heute brüten ca.50 Vogelarten hier, man findet viele geschützte Tier- und Pflanzenarten.


Historisches:

Noch im 10. Jh. war die Saale Grenzlinie zwischen dem Frankenreich und den Sorben, bis der Fluss dann im 12. Jh. innerhalb der deutschen Grenzen lag. Mit mehr als 60 Burgen bzw. Burgruinen an ihren Ufern ist die Saale einer der burgenreichsten Flüsse Europas.

1128 kann man als das Geburtsjahr der Saaleschifffahrt ansehen. Bischof Otto von Bamberg tranportierte Güter (Salz, Holz) von Halle ab auf der Saale. Kähne wurden stromaufwärts durch kräftige Männer (Bomätscher) oder durch Gespanne getreidelt, natürlich auch unter Segeln. Die Saaleflößerei ist 1258 erstmals urkundlich erwähnt.

Die ab 1366 in Calbe und Alsleben in Holzbauweise errichteten Schleusen wurden bis 1550 durch Eis und Hochwasserkatastrophen wieder zerstört. 1560 begann man mit dem Neubau und die Eröffnung der Schleusen in Calbe und Alsleben erfolgte 1564 durch den Markgrafen von Brandenburg und die der Schleuse in Bernburg durch den Fürsten von Anhalt.
Durch den 30-jährigen Krieg (1618-48) kam die Saaleschifffahrt zum Erliegen. Die Schleusen versandeten oder waren von den Söldnerheeren zerstört worden. Ab 1694 errichtete man steinerne Schleusen: die erste in Trotha bei Halle, 1696 in Bernburg, 1697 in Calbe und Alsleben, 1795 in Weißenfels. Bis 1822 entstand eine durchgehende Wasserstraße von Artern (Unstrut) bis zur Saalemündung.

1826 schrieb der deutsche Kunsthistoriker Franz Kugler (1808-1858) das Gedicht "An der Saale hellem Strande". Diese Verse wurden schon bald nach einer Melodie von Friedrich Ernst Fesca gesungen, die er eigentlich für ein Soldatenlied komponiert hatte.

1836 befuhr ein Seitenraddampfer die Saale, aber wegen des großen Tiefganges erfolgte dies nur bei hohem Wasserstand. 1854 erfolgte die Einweihung des ersten Hafens an der Saale, es war der "Sophienhafen" in Halle, der 1894 auch Bahnanschluss erhielt.
Die ersten Hinterraddampfer für die Saale wurden 1878 in Roßlau (Elbe) gebaut, sie hießen "Pritzerbe" und "Halle" aber de Bau von weiteren Schiffen dieser Bauart stellte man bald ein, weil Deckwerksbauten und felsiger Untergrund eine ständige Gefahr bedeuteten. Auf dem in den Jahren 1876 bis 1879 von Halle bis Alsleben angelegten Leinpfad für Zugtiere konnten die Schiffe auch von Pferden gezogen werden.

1880 begann man mit dem Bau des "Saale-Elster-Kanals", der bis Plagwitz fertiggestellt wurde. Am 15. September 1884 zog sich der Kettendampfer "Saale" an einer in das Flussbett ausgelegten Kette stromaufwärts. Die Kette verlief von Barby bis Halle und war 105 km lang. 1921 wurde die Kettenschiffahrt auf der Saale eingestellt.

Der erste Schifferverein an der Saale entstand 1890 in Alsleben mit dem Namen der freundlichen Wassernixe "Undine".

Saale-Durchstiche gab es 1933 bei Alsleben (Lyra) und Rumpin, 1934 bei Gnölbzig, 1935 bei Friedeburg, Bernburg und der Saalemündung (Saalhorn), 1939 bei Trebitz, 1940 bei Mücheln, 1957 bei Nienburg und 1960 bei Plötzkau.

Derzeitig kann die Saale mit Tauchtiefeneinschränkungen von ihrer Mündung in die Elbe bis zum Hafen Halle-Trotha mit 1000-Tonnen-Schiffen befahren werden, dies ist durch den Ausbau der Saale in den Jahren 1932 bis 1942 mit dem Umbau der 5 Staustufen Calbe, Bernburg, Alsleben, Rothenburg und Wettin möglich. Die unterste Stufe bei Klein Rosenburg konnte nicht mehr errichtet werden. Diese 20 km lange Strecke bildet das Nadelöhr zwischen der bereits ausgebauten Saale und der Elbe.

 


Sabine Spohr 1998 - 2012  22.04.2012