Schulpforte

  • Saale-km: 22 re
  • Postleitzahl: 39240
  • Tel.-Vorwahl: 039291

Schwarz ist ein Ortsteil der Stadt Calbe und liegt nahe der Saalebrücke am rechten Saaleufer.

Geschichtliches:

  • Der Ort ist eine slawische Gründung und wurde 1205 als "Zwertze" erstmals erwähnt, was soviel bedeutet, wie Ort wo die Grillen zirpen.
  • Hier wurde 1131 das Prämonstratenserkloster Gottesgnaden gegründet. Über die Klostergründung ist folgende Sage bekannt: Ein Graf hatte ein schönes Mädchen entführt und kam bei seiner Flucht an das Saaleufer bei Grizehne, wo er nicht weiter konnte. Als er seine Verfolger näher kommen sah, betete er zu Gott und versprach für seine Erlösung den Bau eines Klosters am anderen Ufer. Dann sprang er mit seinem Pferd in die Tiefe und konnte sich über den breiten Fluß sowie durch Sumpf und Morast bis zu den rettenden Hügeln kämpfen. In seiner Heimat angelangt, heiratete er das Mädchen. Er ließ das Kloster dort errichten, wo sein Roß Fuß gefaßt hatte, und nannte es Gottes Gnaden.
  • Kaiser Barbarossa bestätigt 1153 die Mühle bei Calbe als Besitz des Klosters Gottesgnaden. Somit wird das Kloster für Erhalt des Wehres und der Flutrinne zum Durchschleusen der Schiffe verantwortlich. Der Müller mußte Abgaben an das Kloster entrichten. 1164 wurde die Klosterkirche geweiht und 1207 die kleine Hospitalkapelle erbaut.
  • Das Kloster bestand zunächst aus 12 Stiftsherren und 12 Konversen mit 1 Probst an der Spitze. Bis 1280 war es gleichzeitig Nonnenkloster.
  • Aus einer Schenkungsurkunde von 1343 geht hervor, dass der Ort damals als Tauschobjekt des Erzbischofs Otto an das Kloster Gottesgnaden gegeben wurde.
  • Das Kloster besaß über Jahrhunderte hinweg wirtschaftliche Bedeutung, leistete Pionierarbeit in der Viehzucht, im Acker- und Gartenbau, war bis zum großen Brand von 1548 ein reiches Kloster. 1563 wurde es aufgehoben und bald darauf abgetragen, nur die Hospitalkapelle blieb übrig.
  • Als das Kloster 1548 abbrannte, behauptete der Probst Johannes Busch, das Feuer sei von verruchter Hand gelegt worden. In Calbe jedoch erzählte man sich, daß es der Probst selber war, nachdem er sich am Ostertag viele hübsche Frauen in sein Kloster geladen hatte, um mit ihnen zu feiern. Nach der Abfahrt der Frauen habe er in völliger Betrunkenheit das Feuer in seinem Schlafraum verursacht.
  • Ab 1658 bis in unser Jahrhundert hinein war die Ansiedlung Gottesgnaden eine staatliche Domäne. Die großen Dächer von den Wirtschaftsgebäuden nahe der Schleuse sind weithin sichtbar.

Sehenswürdigkeiten:

  • Die Dorfkirche Gottesgnaden befindet sich in der ehemaligen Hospital-Kapelle des Klosters, die 1207 geweiht wurde. Sie besteht im Kern noch aus dem romanischen Ursprungsbau, besitzt einen rechteckigen, quergestellten Westbau aus Bruchsteinmauerwerk und ist das einzig erhaltene des früheren Klosters. Das Kirchenschiff wurde 1710 erneuert und der Chor weist gotische Elemente auf. Im Inneren sind 2 Grabsteine von Pröbsten des ehemaligen Klosters zu sehen.
  • Ein interessantes Phantasiereich hat der Rentner Werner Zimmermann in seinem Garten (Am Damm 11) entstehen lassen. Z.B. eine riesige, in einem großen Holzfaß eingebaute Uhr mit dem Ziffernblatt einer ehemaligen Kirchturmuhr oder metallene Windspiele an hohen Pfählen sind zu betrachten. Außerdem hat er einen Hundertwasserteich im 1000-jährigen Saalebett angelegt, in dem Goldfische schwimmen und aus dem ein riesiger Turm mit goldener Kugel auf der Spitze herausragt. Tel. 3019

Wandern und Radwandern:

Verkehrsanbindungen:

  • Bundesstraßen:
    • B71 Magdeburg - Förderstedt - Bernburg (ab Förderstedt oder Bernburg Landstraße)
    • B246a Wanzleben - Schönebeck - Gommern (ab Schönebeck Landstraße)
  • Bahnverbindungen:
    • nächster Bahnhof in Calbe/Ost, Strecke Magdeburg - Schönebeck - Köthen - Halle
  • Busverbindungen:
    • nach Schönebeck, Breitenhagen, Groß Rosenburg, Barby, Gommern, Nienburg, Bernburg

Informationen:

Nächster Ort flussabwärts: Calbe