Burgscheidungen

Unstrut-km 20,4 li Postleitzahl: 06636  Tel - Vorwahl: 034462

Burgscheidungen liegt im Burgenlandkreis zwischen Nebra und Laucha. Am linken Ufer der Unstrut ragt es festungsartig auf einem Berg hervor, um den die Unstrut eine Schleife macht.


  Geschichtliches    Regelmäßige Veranstaltungen 
  Sehenswürdigkeiten    Verkehrsanbindung 
  Wandern und Radwandern    Informationen 
  Freizeit und Erholung    zum Bild 

 

Geschichtliches:

  • Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung der Gemarkung Burgscheidungen begann vor über 6000 Jahren mit 2 Siedlungen, die nordöstlich des Ortes zwischen Galgenberg und Weißem Berg lagen.
  • Auf dem Burgberg am linken Ufer der Unstrut, wo sich heute das Schloss erhebt, hatten vermutlich bis 531 die Thüringerkönige ihren Sitz. Eine der schönsten deutschen Sagen, die Iringsage, berichtet von der Königsburg "Scithingi" als Residenz des Thüringer-Königs Hermenefred oder Irminfried und als Schauplatz einer großen Schlacht der Thüringer gegen die Franken und Sachsen im Jahre 531 mit dem Untergang des Thüringer Reiches als Ergebnis.
  • Funde sind erst aus dem 8./9. Jh. aufgetaucht. Sie lassen auf eine große fränkisch-karolingische Volksburg schließen. Es wurden keine Hinterlassenschaften aus der thüringischen Königszeit geborgen.
  • Die erste schriftliche Erwähnung Burgscheidungens stammt aus dem 9. Jh.; 830/850 als "scidinge" und 886/900 im Herzfelder Zehntverzeichnis als "scidingeburg" bezeichnet.
  • Im 9. Jh. war die Burg im Besitz des Klosters Hersfeld. Im Jahre 946 erhebt Kaiser Heinrich I. die Burg zur Reichsburg und 1043 schenkt Heinrich III. die "Villa Scheidungen" seiner zweiten Gemahlin Agnes als Morgengabe.
  • Die mittelalterliche Geschichte Burgscheidungens ist eng mit dem Bistum Bamberg verknüpft. Nach Heinrichs frühem Tod wählte Agnes als Regentin des Reiches den Bischof Günther von Bamberg als Ratgeber. 1066 schenkte sie ihre gesamten Scheidunger Güter dem Bischof Hermann von Bamberg.
  • Die Bamberger Lehnsinhaber und die von ihnen Abhängigen haben sich jahrhundertelang um Ansprüche an Burgscheidungen gestritten. Bis 1803 bestand eine formale Lehnsabhängigkeit von Bamberg.
  • 1553-1628 saßen die Herren von Wiehe auf Burgscheidungen.
  • Die Burg wurde zur Zeit der Spätgotik gebaut. Nach 1294 war die Burg in wechselhaftem Pfandbesitz. Ab dem 14. Jh. war sie eine Adelsburg. Ende des 16. Jh. erfolgte der Ausbau zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss. Berühmteste Bewohnerin war Anna Constanze von Brockdorf (Gräfin Cosel). 1699 heiratete sie Graf Adolf Magnus von Hoym, der bis 1714 Burgscheidungen besaß. Er versteckte sie dort vor den Augen Augusts des Starken.
  • Von 1722-1945 gehörte Burgscheidungen den Grafen von Schulenburg. Levin Friedrich von der Schulenburg war Bauherr des 1724-28 errichteten Gebäudes und der Leipziger Barockbaumeister David Schatz war der Baumeister. Der Innenausbau mit Mansardwalmdach und Freitreppe wurde erst 1739 abgeschlossen.
  • 1955 richtete die DDR-CDU darin ein Schulungszentrum ein.

 

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Sehenswürdigkeiten:

    Schloßtreppe
  • Schloss und Schlosspark sind heute Bestandteil der "Gartenträume" - Historische Parks und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Das Schloss ist eines der besterhaltenen und bemerkenswertesten barocken Profanbauten im thüringischen und sächsisch-anhaltinischen Gebiet. Es wurde mehrfach im Stil der Zeit umgebaut. Das Torhaus an der Ostseite, mit Wappen der Herren von Wiehe aus dem Jahre 1633, ist ein Rest der alten Vorburg und zeigt spätgotische Merkmale. Durch dieses Tor betritt man das Schlossgelände. Von 1722-1945 gehörte die Schlossanlage den Reichsgrafen von Schulenburg, deren Wappen noch über der Toreinfahrt zu erkennen ist. Im Schlosshof stoßen Bauten verschiedener Zeiten hart aufeinander: Süd- und Ostflügel sind Renaissancehäuser, der Hauptbau des Schlosses und der architektonisch schönste Teil ist der barocke Nordflügel.
    Das Hauptgebäude ziert ein mächtiger Mittelrisalit. Im Inneren befindet sich ein prächtiger Festsaal. Hervorzuheben sind noch der Treppenturm am Südosttrakt und der von dorischen Säulen gestützte Altan am Nordtrakt.
  • Eine geschwungene Freitreppe führt in den Schlossgarten. Der italienische Terrassengarten mit seinen Plastiken und einem Grottenhof wurde ebenfalls vom Baumeister David Schatz angelegt, die Steinfiguren (Götter, Göttinnen und Fabelwesen) wurden von Bildhauer Joseph Blühme aus Altenburg in den Jahren 1726-29 geschaffen. Zickzackwege zwischen kurzgeschnittenen Buchenhecken verlaufen den Hang hinunter und bieten von unten ein herrliches Panorama mit dem Schloss.
  • Mühlgraben Burgscheidungen
  • Von der früheren Wassermühle, die es schon 1441 nachweisbar gab, ist noch das barocke Wohnhaus (um 1728) erhalten geblieben. Das Wehr der ehemaligen Mühle ist bei Hochwasser kaum noch zu erkennen. Der durch das Wehr bedingte Höhenunterschied stand der Schiffbarmachung der Unstrut entgegen. Aus diesem Grunde wurde daneben die Schleuse Tröbsdorf errichtet.
  • Die kleine Kirche am Burgberg wurde im 18. Jh. unter Verwendung älterer Bauteile aus dem 12. Jh. errichtet. Der Westturm stammt aus der Zeit um 1200, ein romanisches Portal ist zu erkennen. Umbau von Saal und Loge wurde 1726-28 unter Baumeister David Schatz vorgenommen. Im Inneren sehenswert sind Altar und Kanzel sowie lebensgroße Epitaphien der Familie von Wiehe, die vom Freyburger Renaissancebildhauer Christoffel Weber gearbeitet wurden. Außerdem ist ein Selbstbildnis des Bildhauers von 1568 vorhanden.

 

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Wandern und Radwandern: Fahrradhaus Sperrlich

  • Eine waldreiche Umgebung bietet einige Wandermöglichkeiten. In östlicher Richtung kann man durch die Weinanbaugebiete wandern und am gegenüberliegenden Unstrutufer verläuft ein Wanderweg am Biberbach entlang.
  • Der Hauptwanderweg Saalfeld-Bad Frankenhausen (Teilstrecke Naumburg-Roßleben ca. 50 km, Markierung - blauer Querstrich) verläuft in Richtung Laucha wie der Unstrut-Radweg am linken Ufer entlang über Dorndorf. In der Gegenrichtung wechselt er die Uferseite und führt durch Tröbsdorf und das Dissautal nach Wangen, weiter über Wippach und Memleben.
  • In Tröbsdorf beginnt der "Biberbach-Orlas-Weg" (Markierung - roter Querstrich), der den Biberbach bis Bad Bibra begleitet, dann dem Saubach folgt und im Weiteren über den Orlasberg nach Wangen führt. (siehe Tröbsdorf)
  • Der Unstrutradweg verläuft durch Karsdorf - Burgscheidungen - Dorndorf - Laucha ...
  • Fahrradhaus Sperrlich, Kastanienallee 58b, Tel. 60097

 

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Freizeit und Erholung:

  • Die Weinstraße Saale-Unstrut verläuft hier am gegenüberliegenden Unstrutufer.
  • Ein Anleger für das Fahrgastschiff "Fröhliche Dörte" befindet sich am Auslauf des Mühlgrabens nahe der Unstrutbrücke am linken Ufer (km 20,2). Das Schiff legt nur bei Sonderfahrten hier an. (Termine erfragen)
    Informationen: Saale-Unstrut-Schiffahrtsgesellschaft mbH, Blütengrund 8, 06618 Naumburg, Tel. 03445/202809, Fax 202832
  • Gaststätten und Unterkünfte
    • Café und Restaurant im Schloß Burgscheidungen
    • Gaststätte "Reupschens Einkehr", Lindenring 26, Tel. 21574

 

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Verkehrsanbindung:

  • Bundesstraßen:
    • B 176 Sömmerda - Bad Bibra - Laucha - Freyburg - Weißenfels (ab Laucha ca. 4,5 km Landstraße)
  • Bahnverbindungen:
    • nächster Bahnhof in Kirchscheidungen (ca. 2 km entfernt),
      Strecke 585: Burgenlandbahn - Verbindungen nach Karsdorf, Vitzenburg, Nebra, Laucha, Freyburg, Naumburg
  • Busverbindungen:
    • nach Memleben, Laucha, Freyburg, Naumburg, Bad Bibra,

 

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Informationen:

  • Stadtinformation Laucha, Markt 1, Laucha, Tel. 20509
  • Gemeindeverwaltung Burgscheidungen, Schlossbergstr. 54, Tel. 20544
  • Verwaltungsgemeinschaft Unstruttal Freyburg, Markt 1, Tel. 034464/3000, Fax: 30060

 

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nächster OrtNächster Ort flussabwärts: Kirchscheidungen



© Sabine Spohr 1998 - 2011  02.01.2011