Heldrungen

Unstrut-km 79,5 re Postleitzahl: 06577 Tel.-Vorwahl: 036373

Heldrungen liegt zwischen Sömmerda und Artern an der Bundesstraße 86 und am rechten Unstrutufer.


  Geschichtliches    Regelmäßige Veranstaltungen 
  Sehenswürdigkeiten    Verkehrsanbindung 
  Wandern und Radwandern    Informationen 
  Freizeit und Erholung    zum Bild 

 

Geschichtliches:

  • Heldrungen wurde 777 als Krondomäne Karl des Großen erstmalig erwähnt.
  • 874 wurde "Heldrunga" als zehntpflichtiger Ort der Abtei Fulda genannt.
  • Um 1000 gab es schon eine hölzerne Burg. 1217 ließ Hartmann II. von Heldrungen die erste Steinburg errichten. Die Herren von Heldrungen sollen ein sehr kriegs- und kampflustiges Völkchen gewesen sein. 1394 hatte Rudolph von Heldrungen eine grössere Fehde mit den Erfurtern, wobei sie sich gegenseitig ganze Landstriche zerstörten. Sein Sohn Friedrich setzte diese nach Rudolphs Tod fort und war auch sonst sehr in räuberische Aktivitäten verwickelt. 1412 belagerte er die Burg Hohnstein. Doch die Eroberung war von kurzer Dauer, denn der Markgraf von Meissen holte sie sich zurück und als Schadensersatz die Heldrunger Burg dazu. Er ließ sie von Feldhauptmann Dangel belagern, dem mit einer zahlenmäßig überlegenen Angreiferschar die erste ernsthafte Belagerung der Burg Heldrungen gelang. Friedrich, der abwesend war, weil er gerade anderswo plünderte, wurde im gleichen Jahr bei Mackenrode erstochen, was das Ende der Herren von Heldrungen war. Der dann herrschende Hans von Hohnstein lebte verschwenderisch und musste die schließlich 1484 an Graf Gebhardt von Mansfeld verkaufen.
  • 1423 wird die Heldrunger Marktgerechtigkeit in einer Lehnurkunde betsätigt.
  • 1512-1519 ließ Graf Ernst II. von Mansfeld die Veste zur Verteidigungsburg mit einem vierflügeligen Schloss ausbauen und mit einem Wall und 6 Bastionen sichern.
  • Im Bauernkrieg wurde am 15.5.1525 Thomas Müntzer gefangen genommen und unter die Obhut des Grafen Ernst II. gegeben. Müntzer war hier 12 Tage im Gefängnis, wo man ihn grausam folterte, bevor er in Mühlhausen hingerichtet wurde. Hier verfasste er seine letzten Schriften.
  • Am 10.8.1530 hat Kaiser Karl V. den Grafen Ernst und Hoyer von Mansfeld und Heldrungen das Jahrmarktrecht zugestanden.
  • 1621 kaufte Kurfürst Georg I. den verschuldeten Mansfelder Grafen das Amt Heldrungen ab und versah es mit einer Besatzung und einem Kommandanten. 1632 eroberten die kaiserlichen Truppen unter General Graf Merode die Festung Heldrungen. 1641 wurde das Städtchen erobert und bis auf 6 Häuser zerstört. Im Januar 1645 wurde die Festung erneut belagert und das Schloss bombardiert. 2000 Bauern aus der Umgebung beseitigten die Wälle.
  • Nach dem Tode des Kurfürsten Johann Georg I. 1656 fiel das Schloss an seinen Sohn, Herzog August. Der ließ es 1664-68 wieder befestigen. Nach Augusts Tode 1680 übernahm sein Sohn Johann Adolph das Amt. Er ließ 1680-96 die seit 1632 verwüstete Stadtkirche wieder aufbauen. Die Heldrunger hatten solange die Schlosskirche genutzt, welche 1746 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.
  • 1746 fiel das Amt Heldrungen mit der Stadt und 6 Dörfern an Kursachsen zurück.
  • 1749 durch Friedrich August zu Sachsen erhielt Heldrungen Stadtrecht. Es war ein Landstädtchen, hatte keinen Stadtrat, hatte nur Stadtrechte in Form der Märkte, Innungen und Gerichtsbarkeit. Die Verwaltung übernahm das Amt. Es gab eine Stadtmauer. 1802 das letzte Stück davon abgebrochen.
  • 1770 wurde auf dem Burggelände das sogannte alte Magazin errichtet, das als Getreidespeicher für kurfürstliche Truppen diente. 1804 wurde noch ein weiteres Magazin erbaut, welches jedoch 1875 zum Abbruch verkauft worden ist. Nach 1860, als Heldrungen der Festungsstatus aberkannt war und keine Speicher für Truppen mehr benötigt wurden, hatte man die Magazine an Heldrunger Bürger verpachtet.
  • 1815 wurde Heldrungen preußisch. Nach preussischer Städteordnung von 1808 hatten die kleinen Landstädte die Möglichkeit, für immer als Stadt anerkannt zu werden, konnten diese Städteordnung auch ablehnen. Und Heldrungen nahm diese Städteordung nicht an, bekam somit eine Dorfverfassung und Dorfschulzen. Die Markt- und Innungsrechte blieben bestehen. 1843 holte man sich die Stadtgerechtigkeit zurück.
  • Viele Jahre gab es ein Ziegelei, die mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut wurde, zuletzt mit dem Waldschlößschen 1834.
  • In der Stadt war Landwirtschaft, Gemüseanbau und Viehzucht sehr stark verbreitet, deshalb heisst sie auch "Zwiebelstadt" Heldrungen.
  • 19. Jh. waren Amtsgericht, Oberförsterei und Rentamt, von 1945-73 Wohnungen im Schloß untergebracht. 1974 erfolgte der Ausbau zur Jugendherberge. Seit 1993 wird der gesamte Komplex unter Denkmalschutzrichtlinien saniert und renoviert.

 

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Sehenswürdigkeiten:

    Wasserburg Heldrungen
  • Die Wasserburg Heldrungen von 1217, die 1515 durch Ernst II. von Mansfeld ausgebaut und 1664/68 durch Herzog von Sachsen zur typischen Festung nach italienisch-französischem Vorbild mit sternförmig angelegten Bastionen, gewaltigen Wällen, innerem und äußerem Wassergraben umgestaltet wurde. Öffnungszeiten: Mai bis Okt. Di-So 10-12 und 13-16 Uhr, Tel. 91224, Fax: 98136
  • Das heutige Heldrunger Rathaus mit Türmchen wurde 1900/01 durch Baumeister Friedrich Fahro als gelber Klinkerbau im Stil der Neorennaissance errichtet.
  • Die St. Golgatha-Kirche wurde auf der Richtstätte des Schlosses 1883/84 nach dem Vorbild eines Seitenteiles vom Naumburger Dom aus Muschelkalk gebaut und 1982-94 renoviert und modernisiert.
  • Die St. Wigberti-Kirche wurde 1872-82 aus dem Material einer an anderer Stelle befindlichen Vorgängerkirche im barocken Baustil errichtet. Sie besitzt eine wertvolle Ausstattung und eine Krypta unter dem Turm.

 

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Wandern und Radwandern:

  • Der Unstrutradweg führt an der Kiesgrube vorbei und über die Unstrutbrücke nach Oldisleben.
  • Wanderwege gibt es zum Waldschlösschen, zum Fischteich und "Neun Linden". Im Gebiet der Schmücke und durch die Thüringer Pforte verläuft auch der "Finnewanderweg" (Markierung weißes Quadrat mit rotem Dreieck).

 

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Freizeit und Erholung: Freibad Heldrungen

  • Kegelbahn und Fitnessstudio
  • Angelmöglichkeiten an der Kiesgrube und rund um die Fischweide
  • Der Gondelteich und das Naturschwimmbad (Oldislebener Weg) mit FKK, Volleyballfeld, Tennisplatz, Schwimmbadgaststätte liegt direkt am Unstrutradweg in Richtung Oldisleben, Tel. 98370
  • Gaststätten und Unterkünfte:
    • Jugendherberge “Wasserburg”, Schloßstr. 13, Tel. 034673/91224, Fax: 034673/98136, eMail: jh-heldrungen(at)djh-thueringen.de
    • Burgcafé in der Wasserburg, Tel. 91230
    • Ratskeller, Hauptstr. 49-50, Tel. 91325
    • "Zur Krone", Bahnhofstr. 22, Tel. 91336
    • Thüringer Rostbratwurst-Grill und Eis-Stand, Am Bahnhof, tägl. geöffnet

 

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Regelmäßige Veranstaltungen

  • Schützenfest (Mai)
  • Teich- und Countryfest (Juli)
  • Johannisfeuer (Juni)
  • Seerosenfest (August)
  • Heldrunger Zwiebelmarkt

 

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Verkehrsanbindung:

  • Bundesstraßen:
    • B 86 Artern - Heldrungen - Kindelbrück - Weissensee - Straußfurt
  • Bahnverbindungen:
    • Strecke 595: Verbindungen nach Bretleben, Artern, Sangerhausen, Etzleben, Griefstedt, Leubingen, Sömmerda, Erfurt
  • Busverbindungen:
    • ÖPNV Sömmerda/Weimar-Linie 231 nach Gorsleben, Etzleben, Kölleda, Weimar
    • Busse der VGS Südharz nach Reinsdorf (Thür.), Wiehe, Roßleben, Sondershausen, Kölleda, Artern, Sangerhausen, Bad Frankenhausen, Kannawurf, Oldisleben, Gorsleben

 

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Informationen:

 

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nächster OrtNächster Ort flussabwärts: Bretleben



© Sabine Spohr 1998 - 2008  04.11.2008