Wangen

Unstrut km 36,1 Postleitzahl: 06642  Tel.-Vorwahl: 034461 

Wangen liegt im Nordosten des Burgenlandkreises und wird von der Unstrut durchflossen. Die Gemeinde setzt sich aus dem Gassendorf Kleinwangen und dem Sackgassendorf Großwangen zusammen. Kleinwangen erstreckt sich links der Unstrut auf dem mit Lösmaterial überkleideten Flachhang vor dem Ausgang des Wangener Grundes und Großwangen am gegenüberliegenden Ausgang des Schwalbentales.
Auf dem Mittelberg bei Wangen wurde die Himmelsscheibe von Nebra gefunden.


  Geschichtliches    Regelmäßige Veranstaltungen 
Sehenswürdigkeiten    Verkehrsanbindung 
  Wandern und Radwandern    Informationen 
  Freizeit und Erholung    zum Bild 

 

Geschichtliches:

  • Rund 800 m westlich von Kleinwangen, auf der Wangener Terrasse, wurden ur- und frühgeschichtliche Funde registriert. Funde südwestlich der Schanze deuten auf die Anwesenheit von Menschen im Neolithikum. Ein mittelalterlicher Burghügel mit Funden aus dem 12./13. Jh. liegt nordwestlich von Kleinwangen. Auch der Name "Burgtal" weist auf die Existenz ehemaliger Burgen.
  • Im Jahre 641 kam es auf einer Burg, wahrscheinlich auf den Altenburgschanzen oder der Ronneburg zwischen Klein Wangen und Vitzenburg, zum Aufstand des Thüringerherzogs Radulf gegen den jungen fränkischen König Siegbert III. und dessen Hausmeister Grimoald. Dabei verschanzte sich Radulf in einer stark befestigten, hoch gelegenen Burg an der Unstrut und fügte den uneinig agierenden Franken starke Verluste zu. Der junge Siegbert war zu schwach, um den Tod seiner Kämpfer zu rächen und schickte Grimoald zu Verhandlungen mit Radulf. Die Franken erreichten freien Abzug, doch Radulf erkannte fortan die fränkische Oberherrschaft nicht mehr an.
  • Als "Uuangun" wird der Ort 830 erstmals erwähnt. 1120 taucht der Name Wangen auf. "Wang" bedeutet altsächsisch Feld, Wiese; was für eine Siedlung an landwirtschaftlich genutztem Feld, Wiesen oder Hängen spricht.
  • Im Jahre 1890 zählte Kleinwangen 291 Einwohner und war damit größer als Großwangen, das nur 272 Einwohner hatte. Zu dieser Zeit verband noch eine Fähre die beiden Dörfer.
  • Die Bewohner beider Orte lebten bis Anfang des 20. Jh. von der Landwirtschaft und der Steinbruchindustrie. Anfang dieses Jahrhunderts entstanden parallel zum Kaliwerk Roßleben weitere Kaliwerke im Unstrut- und Finnegebiet, auch in Wangen. Bergleute siedelten sich an, die Orte wurden erweitert. So entstand 1919 die Blockhaussiedlung an der Straße von Großwangen nach Memleben.
  • Die Kalischachtanlage ist als Förderbetrieb heute stillgelegt. Die Schächte der Grube Georg dienten nur noch als Fahrschacht und zur Bewetterung, außerdem wurde in den Übertageanlagen vom Werkteil in Großwangen eine Grubenrettungsstelle eingerichtet. Heute sind dir Schächte verfüllt und die Übertageanlagen abgerissen. Schachtdeckel mit Messingschildern erinnern heute noch an den Kalibergbau.
  • 1945 wurde eine Holzbrücke über die Unstrut gebaut und 1960 errichtete man die Betonbrücke oberhalb der früheren Personenfähre.
  • 1999 wurde auf dem Mittelberg bei Wangen eine geheimnisvolle Bronzescheibe, die Himmelsscheibe von Nebra, gefunden. Die Himmelsscheibe von Nebra ist bislang die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung.
  • Am 20. Juni 2007 wurde am Fuße des Mittelberges das Erlebniscenter "Arche Nebra" eröffnet.

 

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Arche Nebra in Wangen an der Unstrut

Sehenswürdigkeiten:

  • Die Arche Nebra ist ein multimediales Besucherzentrum nahe des Fundortes der Himmelsscheibe von Nebra. In der goldenen Himmelsbarke erwartet Sie eine einzigartige Präsentation. Auf außergewöhnliche Weise können Sie dort die turbulente Auffindungsgeschichte und Sicherstellung des Fundes erleben und das Sternenrätsel der ältesten Himmelsdarstellung ergründen. Wechselnde Präsentationen geben Einblicke in spannende Themen aus Kultur, Astronomie und Natur.
    Öffnungszeiten: April-Oktober 10-18 Uhr, November-März 10-16 Uhr, Montag Ruhetag, Tel. 034461/25750
    weitere Informationen: www.himmelsscheibe-erleben.de
    Die Arche Nebra ist einer von vier Standorten der neuen touristischen Route Himmelswege, die archäologisch bedeutende Orte im südlichen Sachsen-Anhalt miteinander verbindet.
  • Aussichtsturm Mittelberg
  • Auf dem Mittelberg direkt neben der Fundstelle des Himmelsscheibe bietet der 30 m hohe Aussichtsturm Ausblicke zum sagenumwobenen Kyffhäuser und zum Brocken. Der Aussichtsturm ist gleichzeitig eine große Sonnenuhr. Der Turm ermöglicht die Sichtweise, die die Menschen in der Bronzezeit auf dem unbewaldeten Mittelberg hatten und trägt somit zum Verständis der Himmelsscheibe bei.
  • Die Kirche von Großwangen wurde 1711/12 errichtet und besteht aus einem rechteckigen Schiff mit zweireihigen Fenstern und eingezogenem Chorturm. Im Inneren befindet sich eine doppelgeschossige Empore und ein mit Weinlaubsäulen, Akanthusschmuck und Bandelwerk versehener Kanzelaltar aus dem 18. Jh.
  • Die Kirche von Kleinwangen ist älter. Sie besteht aus einem Schiff mit eingezogenem rechteckigen Chorabschluß, über dem sich der Turmaufsatz mit einem Zeltdach befindet. Die Innenausstattung stammt aus dem 17. Jh. An der Südseite der Kirche ist von Außen ein Grabstein aus dem Jahre 1598 eingemauert, was darauf hin deutet, daß hier schon früher eine Kirche mit Friedhof stand.
  • Der "Wangener Grund" am Rande des Ziegelrodaer Forstes ist ein landschaftlich reizvolles Tal. Hier lassen die immer steiler und enger werdenden Hänge nur noch einen schmalen Spalt für den Durchfluss der Unstrut. Jener Durchbruch, "Steinklöbe" genannt, soll entstanden sein, als ein Mönch mit Hilfe des Teufels die sich einst hier zu einem See angestaute Unstrut zum Abfließen gebracht hat.
  • Die Steinklöbe ist eines der interessantesten Naturschutzgebiete der Region. Über dem trockenwarmen Buntsandstein ist vor ca. 5000 Jahren eine Flora hierher vorgedrungen, die in ihrem Artenreichtum einmalige und seltene Steppen- und Heidevegetation hat und ursprünglich in südlicheren Breiten zu finden ist.
  • Die Altenburgschanzen liegen südwestlich von Großwangen, ca. 80 m hoch über der Unstrut. Es sind Reste der über 17 ha großen Altenburg, die im 8.-10. Jh. entstanden sein könnte. Die Ausmaße der Hauptburg betragen 300 m x 150 m, westlich davor befinden sich noch eine größere Vorburg mit Friedhof.
  • Reste von ehemaligen Buntsandsteinbrüchen sind Zeugen des hier früher bedeutenden Industriezweiges.

 

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Wandern und Radwandern:

    Rote Felsen bei Wangen
  • Der Unstrutradweg führt am Nordufer entlang, durch Kleinwangen. Von hier aus kann er in Richtung Memleben oder in Richtung Nebra befahren werden. Nach Nebra verläuft er über die Landstraße.
  • Der 73 km lange Himmelsscheibenradweg verbindet den Fundort der "Himmelsscheibe von Nebra" bei Wangen mit ihrem Aufbewahrungsort, dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.
    Die Route zweigt in Wangen vom Unstrut-Radweg ab und führt über das Erlebniszentrum Arche Nebra zum Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg, weiter durch den Ziegelrodaer Forst, durch Querfurt, das Mansfelder Land und den Saalekreis nach Halle.


  • Wanderungen zum Fundort der Himmelsscheibe (ca. 3,8 km) werden jeweils samstags und sonntags (01.04. - 31.10.) ab 13:30 Uhr in Wangen OT Kleinwangen - Museumscontainer durchgeführt. Zusätzliche Führungen können auf Anfrage vereinbart werden.
    Anfragen oder Buchungen sind beim Naturpark "Saale-Unstrut-Triasland" e.V. (Tel. 034461/22026) möglich.
  • Wandermöglichkeiten gibt es sowohl nördlich als auch südlich von Wangen, z.B. im Wangener Grund oder im Schwalbestal.
  • Der Hauptwanderweg Saalfeld-Bad Frankenhausen (Teilstrecke Naumburg-Roßleben ca. 50 km, Markierung - blauer Querstrich) verläuft aus Richtung Roßleben kommend, über Wendelstein - Memleben - Wippach nach Wangen, weiter nach Tröbsdorf.
  • Der Rundweg Nebra - Steinbruchweg - Wangen - Nebra (9,5 km, Markierung - gelber Punkt) führt in Wangen über die Unstrutbrücke und Bahnlinie, an der Kirche und am Friedhof vorbei. Von Kleinwangen aus führt ein Waldweg, mit Ausblickspunkt über das Unstruttal und auf die Steinbrüche, nach Nebra (Unstrutbrücke). Der Rückweg führt an den Steinbrüchen vorbei und trifft in Großwangen ein.
  • Der "Biberbach-Orlas-Weg" (Markierung - roter Querstrich) führt vorbei an der Altenburgschanze, dem Feuchtbiotop "Weiße Grube" und an der ehemaligen Fuhrmannsgaststätte "Die Wespe" (heute "Grüne Tanne) nach Bad Bibra. Von Bad Bibra führt er am Biberbach entlang nach Tröbsdorf.
  • Lehrpfad "Sortengarten" - eine Streuobstwiese mit seltenen Kirschsorten

 

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Freizeit und Erholung:

  • Gaststätten und Unterkünfte:
    • Gaststätte "Zur Himmelsscheibe", Am Sportplatz 9, Tel. 25884
    • Dorfladen und Landfleischerei Otto, Am Bockberg 1, Tel. 22326
      OT Großwangen

 

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Regelmäßige Veranstaltungen:

  • Pfingstfest (Altweibermühle)
  • Himmelsscheibenfest
  • Kirmes (Oktober)

 

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Verkehrsanbindung:

  • Bundesstraßen:
    • B 250 Eckartsberga - Bad Bibra - Nebra - Querfurt (ab Nebra ca. 3 km Landstraße)
  • Bahnverbindungen:
    • nächster Bahnhof in Nebra (ca. 3 km entfernt),
      Strecke 585: Unstrutbahn - Verbindungen nach Laucha, Freyburg, Naumburg
  • Busverbindungen:
    • PVG Burgenlandkreis: nach Memleben, Roßleben, Nebra, Laucha, Freyburg, Naumburg, Bad Bibra

 

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Informationen:

  • Gemeinde Wangen, Am Sportplatz 9, Tel. 22128
  • Verwaltungsgemeinschaft Unstruttal, Markt 1, 06632 Freyburg (Unstrut), Tel. 034464/3000

 

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nächster OrtNächster Ort flussabwärts: Nebra



© Sabine Spohr 1998 - 2008  28.10.2008